Befundorientierte Prophylaxe:

Parodontalprophylaxe intensiv

Wer?

PSI Grad 4 ohne aktive Karies (= Zahnfleischtaschen grösser als 5,5 mm)


Was?

  1. Diagnostik mit Röntgenübersichtsaufnahme (Orthopantomogram oder Einzelbildstatus) und Taschentiefenmessung.
  2. Standard-Fluoridierungsprogramm in der Praxis und zur häuslichen Anwendung
  3. Professionelle Zahnreinigung, Entfernung von Zahnstein, Belägen und Verfärbungen. Hier speziell Schall-Scaling der Wurzeloberflächen zur Zerstörung des Biofilms.
    Der Biofilm sind ist ein Bakterienrasen auf der Wurzeloberfläche, die bad boys oder „Im dunkeln ist gut munkeln“. Durch einen 3-monatigen Intervall des Schall-Scaling mit dem KaVo Sonicflex-Gerät werden die bad boys daran gehindert sich wieder zu formieren!
  4. Aufklärung über Entstehung und Ursachen der Parodontitis. Instruktion und Motivation der Mundhygiene und Beratung der Mundhygiene-Hilfsmittel und Ernährung.
  5. Erweiterte Anamnese, Beratung Risikofaktoren (wie Diabetes oder Rauchen)
  6. Zusätzlich bei Bedarf:Wir untersuchen Ihre parodontalen Riskokeime in den Zahnfleischtaschen. Der Einsatz von Taschenkeim-Diagnostik liefert wichtige Informationen in der Parodontaldiagnostik und -behandlung.Schmerzfreie Entnahme von Untersuchungsmaterial aus der Zahnfleischtasche:

    Indikationen:
    Planung der Parodontalbehandlung:

    • bei Taschentiefe > 5mm
    • bei Taschen mit Pus
    • zur Entscheidungshilfe bei Therapiewahl (Antibiotikum)
    • zum Ausschluss von A. actinomycetemcomitans

    Kontrolle des Behandlungserfolges:

    • nach Initialbehandlung
    • in der Erhaltungsphase (Recall)
    • zum Nachweis von Reinfektionen

    Risikoeinschätzung vor:

    • Implantologie bei Parodontitis-Patienten
    • prothetischer Behandlung von Parodontitis-Patienten
    • orthodontischer Behandlung von Parodontitis-Patienten

    Die Gabe von Antibiotika in der Parodontal-Therapie sollte nach vorheriger mikrobiologischer Diagnostik erfolgen und auf das vorliegende Keimspektrum abgestimmt sein. Antibiotika sollten nur in Kombination mit der mechanischen Infektionsbekämpfung gegeben werden, nie alleine zur Therapie von Parodontalerkrankungen.
    Unerlässlich ist die gründliche häusliche Mundhygiene des Patienten. Nur so, begleitet von einem regelmäßigen Recall in der Zahnarztpraxis, kann ein umfassender Schutz vor erneuten Entzündungen erzielt werden.

  7. Zusätzlich bei Bedarf:
    Wir untersuchen Ihr genetisches Risiko des parodontalen Krankheitsverlaufs. 

    Ca. 30% der Bevölkerung sind Interleukin-I-positiv und besitzen damit ein um Faktor 2,7 erhöhtes Risiko Zähne zu verlieren. Sind diese Patienten zusätzlich Raucher erhöht sich das Risiko auf Faktor 7,7!

    Interleukin-I-Gentest (genetische Parodontitis-Disposition)
    Es konnte gezeigt werden, dass eine Verbindung zwischen dem Auftreten spezifischer Interleukin-I-Genotypen und einem gesteigerten Risiko für Parodontalerkrankungen besteht.
    Daher kann über die Genotypisierung von Interleukin-Allelen, eine zusätzliche prognostische Information hinsichtlich der Parodontitis-Anfälligkeit der Patienten erhalten werden. Die Ergebnisse des Interleukin-Gentests können zur Erarbeitung von Therapie- und Prophylaxeplänen genutzt werden.

    Indikationen:

    • Einschätzung des Krankheitsverlaufs bei umfangreichen Zahnersatzversorgungen und besonders in der Implantologie und augmentativen Parodontalchirurgie (z.B. Emdogain)
    • früh beginnende Parodontitis (präpubertäre, juvenile und rapid progressive )
    • schwere generalisierte adulte Parodontitis
    • refraktäre Parodontitis
    • schwere marginale Parodontitis bei systemischen Erkrankungen
    • ggf.bei akuten Parodontalerkrankungen

Wann?

Das Behandlungsschema bei einer fortgeschrittenen chronischen Parodontitis kann sehr komplex sein.

Im einfachsten Fall kann die Therapie nach folgendem Schema ablaufen:

…hier kommt eine Grafik hin