Die mythische Kraft der fränkischen Wasser.

Die Praxis an der alten Zirndorfer Mühle.

Das Praxisgebäude, welches von dem Zirrndorfer Architekten Helmut Jahn 1982 entworfen wurde, steht auf dem Gelände der ehemaligen Zirndorfer Mühle, von der sich der Name Mühlstraße und wahrscheinlich auch der Ortsname Zirndorf selbst ableitet. Zahlreiche Versionen gibt es, wovon der Name Zirndorf abgeleitet wird. Eine davon geht von der Mühle, früher Cyre, aus, umstritten und nicht bewiesen, aber doch plausibel und glaubhaft, sieht man die alte Zirndorfer Mühle als Keimzelle des Gemeinwesens an der Bibert. Mühlen gehörten in früher Zeit schon zu den lebensnotwendigen Einrichtungen der Bevölkerung, und wo eine Mühle stand, die für Brot und Nahrung sorgte, siedelten sich bald auch rundum Menschen an.

Die Bibert mit ihren Nebenflüsschen war einst berühmt wegen ihrer Mühlen, denn sehr geläufig war der Spruch:

„Es mahlen die Mühlen der fruchtbaren Tauber/
die Früchte zwar alle rechtschaffen und sauber/
Doch werden noch etwas geschätzet darüber/
Die Mühlen, die treibet die hurtige Bibert.

Die Zirndorfer Mühle, deren Alter auf etwa 1200 Jahre geschätzt wird, ist im Laufe der Geschichte viermal abgebrannt, zuletzt im Jahre 1927, sie wurde jedoch immer wieder aufgebaut. Am schlimmsten erging es der Mühle, die damals für die Zirndorfer das Mehl für ihr tägliches Brot lieferte, im 30jährigen Krieg. Von den sengenden und plündernden Soldatenhorden wurde sie offensichtlich dem Boden gleichgemacht. Das kann man aus einem Gedenkstein schließen, der sich im Zirndorfer Stadtmuseum befindet. Die Inschrift besagt, dass der ehemalige kaiserliche Soldat und damalige Müller Benedickt Krebs die Mühle sofort nach Kriegsende 1648 von Grund auf neu erbaut hat. In der Zirndorfer Mühle liefen noch während des letzten Krieges die Mühlenräder, um in Tag- und Nachtschicht die Brotversorgung der mittelfränkischen Bevölkerung mit sicherzustellen. Viele Mühlen in der näheren und weiteren Umgebung waren damals durch Kriegseinflüsse ausgefallen. Mit der Mühle war früher eine ausgedehnte Landwirtschaft verbunden, sie wurde 1957 aufgegeben. Vier Jahre später, im Jahre 1961, wurde die Mühle ganz stillgelegt.

Zitiert nach FN vom 20.8.1993

Dr. Steiger hat sich hier einen sehr günstigen Verkehrsknotenpunkt für seine Praxis ausgesucht, der von allen Seiten schnell und komfortabel zu erreichen ist. Manchmal lächelt er auch verschmitzt, wenn sich abends die Sonne in der Bibert widerspiegelt und er sich an der beruhigenden Wirkung des Wassers und seiner „mythische Kraft“ zu laben scheint. Vielleicht liegt hier die Quelle seiner zahnärztlichen Berufung, die ihm täglich die Freude an der Arbeit und im Umgang mit seinen Patienten schenkt?